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Indien - Ladakh - Höhentrekking in Ladakh und Zanskar, August ´26

Besteigung des Tsomothang

Innerhalb von zwei Tagen haben wir den 6060 Meter hohen Tsomothang bestiegen, den Höhepunkt unserer Trekkingtour.

Gestern sind wir bei gutem Wetter vom Basislager ins Hochlager aufgestiegen. Der kleine Pfad führte vom Basislager durch Wiesen auf einen breiten Rücken, dem wir ansteigend Richtung Tsomothang gefolgt sind. Gute 450 Höhenmeter sind wir angestiegen, das Hochlager liegt auf ca. 5500 Meter Höhe. Bis letztes Jahr war das Hochlager wesentlich niedriger, aber durch den Gletscherrückgang hat das ehemalige Basislager keine Wasserversorgung mehr, deshalb sind wir eben weiter aufgestiegen.

Im Zuge des Aufstieges hatten wir gute Blicke auf die Nord und Westseite des Tsomothang und konnten auch die Aufstiegsroute gut einsehen.
Im Basislager angekommen gab es zu allererst ein kleines Mittagessen. Im Freien, da wir kein Esszelt dabei hatten, um unsere Pferde etwas zu entlasten. Auch das früher Abendessen (17:30) gab es im freien, bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, trotz der großen Höhe. Anschließend sind wir rasch in die Zelte und unsere Schlafsäcke gekrochen, da ein früher Start geplant war.

Heute früh wurden wir schon um 01:00 geweckt. Um 01:30 gab es ein kleines Frühstück und knapp nach 02:00 sind wir, wie geplant, in die lange Besteigung des Tsomothang gestartet. Im Schein unserer Stirnlampen und begleitet von unseren Climbing Sherpas sind wir vom Hochlager aus auf einen ersten, schlottrigen Kopf gestiegen. Anschließend sind wir dem Grat bzw. Bergrücken absteigend bis zum Gletscher gefolgt, den wir nach einer knappen Stunde auch erreichten. Hier zogen wir unsere Steigeisen an und querten den flachen, spaltenlosen Gletscher. Auf der anderen Seite des breiten Gletscherbeckens, im Schatten einer schwarzen Felspyramide, haben wir uns schlußendlich in 2 Seilschaften zu jeweils 6 Mann bzw. Frau angeseilt. Nun ging es etwas steiler weiter. Die Gletscherflanken des Tsomothang sind etwa 30° steil, also ganz gutes Gehgelände. Wenig Schneeauflage, aber zum Glück kein Blankeis. Stetig ging es nach oben, an der schwarzen Felspyramide vorbei, bis wir auf ca. 5800 Meter eine kleine Rampe erreichten, die uns unterhalb des Gipfels des Tsomothang führte.

Die erste Seilschaft unter Führung unseres einheimischen Bergführers Pekma stieg durch ein enges aber ziemlich steiles Coulor, stellenweise wohl knapp 50° steil, direkt zum schmalen Gipfel auf. Die zweite Seilschaft entschied, zum Sattel des Tsomothang zu queren und den Gipfelgrat zu überschreiten, was in einem etwas längeren Anstieg mündete, auch mit einiger Felskletterei auf über 6000 Meter gespickt. Eine schöne, sehr alpine Route, die durchaus Spaß machte und auch stellenweise durchaus anspruchsvoll war. Beide Seilschaften erreichten jedenfalls den Gipfel des Tsomothang nach ca. 6 Stunden Aufstieg mit etwa 6060 Meter Höhe. Ein schöner, durchaus anspruchsvoller Berg, da durch den Rückgang des Gletschers und der eher mäßigen Schneeauflage die Besteigung durchaus anspruchsvoller als erwartet war.

Der Abstieg erfolgte für beide Seilschaften entlang der selben Route - Diretissimia vom Gipfel durch das steile Schneecouloir, mit Hilfe eines Fixseiles, das einer unserer Climbing Sherpas installiert hatte. Anschließend über die weniger steilen Gletschrflanken wieder hinab. Am Ende dann erwartete uns noch ein ziemlich entnervender Gegenanstieg - den Abstieg den wir im Dunkeln absolviert hatten. Gut 120 Höhenmeter, klingt nicht wahnsinnig viel, aber auf einer Höhe von ca. 5600 Meter und nach 10 Stunden am Berg ohne wesentlichen Pausen war es doch für den einen oder anderen von uns eine richtige Hürde.

Im Hochlager angekommen erwartete uns ein feines Mittagessen: Nudelsuppe, anschließend ein Sherpa Stew und sogar Pommes Frites… Anschließend hatten wir eine knappe Stunde Zeit um unsere Ausrüstung zu packen und die Zelte zu leeren, um danach wieder in unser schon bekanntes Basislager abzusteigen, das wir gegen 15:30 erreichten.

Wir verbringen nun eine letzte Nacht im Basislager auf ca. 5000 Meter. Morgen erwartet uns die letzte Etappe unserer Trekkingtour: ein langer Abstieg nach Kanji (ca. 3900 Meter) wo wir nach 11 Tagen unsere wunderbare Trekkingtour beenden werden. Übermorgen geht es dann per Geländewagen zurück nach Leh, wo wir einen Vorgeschmack der Zivilisation haben werden.

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